Ansichtskarten von Michael Zeno Diemer (1867 - 1939)


W i l l k o m m e n    auf der neuen Webseite für Ansichtskartensammlerinnen und -sammler, die den Maler Michael Zeno DIEMER kennen oder kennenlernen wollen. Diese Seite verfolgt keine kommerziellen Ziele; ein An- oder Verkauf ist nicht vorgesehen - aber ein Erfahrungsaustausch. Wir versuchen übersichtlich zusammenzustellen, was wir an Fachwissen über die Ansichtskarten von Zeno Diemer in vielen Sammlerjahren zusammengetragen haben. Aber unsere Tabellen und Listen sind sicher noch nicht vollständig und wahrscheinlich auch nicht fehlerfrei. Deshalb wollen wir alte und neue Sammlerfreundinnen und -freunde ansprechen und zur Mithilfe ermuntern. Wenn Sie eine Lücke in einer unserer Aufstellungen füllen können, eine interessante Ergänzung zu einem der Punkte beitragen können oder einen Fehler korrigieren können, dann schreiben Sie uns bitte. Unser Kontaktformular liefert dazu eine einfache Möglichkeit. Alle konstruktiven Beiträge sind willkommen.

Panorma München
Zweiteilige Klappkarte von Zeno DIEMER
"München, Panorama vom Dache der Kgl. Kunst-Akademie" OZM Nr. 2044


Nun zuerst eine kurze Einführung über unseren "Titelhelden", den Münchener und Oberammergauer Kunstmaler Michael Zeno DIEMER. Sein künstlerisches Wirken war sehr vielseitig. In der Münchener Maxvorstadt 1867 geboren und aufgewachsen, zog die Familie 1881 in den Geburtsort des Vaters, nach Oberammergau. Dort kam Michael Zeno Diemer mit der Malkunst in Kontakt, zum Beispiel als Fassadenmaler am Bau. Hier eine Ansichtskarte mit einer seiner ersten Auftragsarbeiten als "Lüftlmaler". 1884 begann er ein Studium an der Münchener Akademie der Künste und arbeitet danach als freischaffender Künstler. Schon bald verschaffte er sich einen Namen mit seinen großen Panorama-Bildern: die "Tiroler Gletscherlandschaft" für die Weltausstellung 1894 in Chicago, die "Schlacht von Orleans" und die "Erstürmung von Bazeilles" für die 25-Jahrfeiern des "Reichseinigungskrieges 1870/71", und die "Schlacht am Bergisel" (1896) für das "Riesenrundgemälde" in Innsbruck, das auch heute noch dort besichtigt werden kann. (Weitere Details über Diemers Panoramen siehe unter "Informationen".)
Mit repräsentativen Bildern in Öl oder als Griseillen und Gouachen, häufig aus den Bereichen Seefahrt und Technik, für private Auftraggeber, Ausstellungen, Firmen oder Museen verdiente er den Unterhalt für seine Familie, seine Frau Hermine, geborene Hillern, und die gemeinsamen sieben Kinder.

Zeitung
Illustrierte Zeitung Nr. 3804 von 1914
Kriegsnummer 95 - Verlag J.J. Weber Leipzig
und dazu entstandene Ansichtskarte


Auch sogenannte "Gebrauchsgrafiken", Illustrationen für Zeitschriften, Plakate, Schulwandbilder, Prospekte oder Bücher sicherten das Einkommen. Über viele Bereiche von Diemers künstlerischer Tätigkeit gibt es bereits Veröffentlichungen (sehen Sie dazu unsere Literatur-Hinweise im Anhang). Das Theme "Ansichtskarten" wird - von den bisherigen Veröffentlichungen über Diemer wie auch von ihm selbst - eher als Randgebiet seiner Tätigkeit betrachtet. Hier wollen wir eine Lücke schließen:

Diese Webseite widmet sich exklusiv den Ansichtskarten von Michael Zeno DIEMER.
Wir arbeiten daran eine möglichst vollständige Liste aller Ansichtskarten von Michael Zeno DIEMER anbieten zu können.




Auch bei seinen Ansichtskarten war M. Zeno DIEMER sehr kreativ: In seinen "Lebenserinnerungen" schreibt er selbst, er habe die Vorlagen für etwa 700 Karten geschaffen. Meist waren diese Vorlagen Aquarelle, mit deren Hilfe dann Lithographien hergestellt wurden. Der überwiegende Teil der Diemer-Karten wurde im Verlag Ottmar Zieher München (OZM) herausgegeben.

Der Verlagsgründer Ottmar Zieher erkannte früh, in den 80er/90er Jahren des 19. Jahrhunderts, das Potential des aufkommenden Mediums "Postkarte", mit dem sich schneller Austausch von Grüßen und Informationen mit einer Würdigung der Kunst verbinden ließ. Als Mäzen förderte er junge Künstler, bei denen er Vorlagen für seine Ansichtskarten in Auftrag gab. Diese Karten erschienen in seinem Verlag zwischen 1898 und 1902 im Rahmen einer sehr beliebten "Künstlerpostkarten"-Serie - erkennbar jeweils am Druckvermerk auf der Vorderseite wie "Künstlerpostkarte No... von Ottmar Zieher, Kunstanstalt München"; sie sind durchnummeriert von 1000 bis 3004. Ziemlich genau 500 dieser Karten sind von M. Zeno DIEMER.
Neben Diemer haben sich an dieser Serie zahlreiche weitere namhafte Künstler beteiligt: Paul Hey, Peter Krämer, Alexander Marcks, Raoul Frank, Vater und Geschwister Compton, Fritz Bergen, Oskar Graf ... u.a.m. (Weitere Details zum Verlag OZM und den Künstlern finden Sie ebenfalls unter dem Punkt "Informationen".) Hier auf dieser Webseite finden Sie über den Button "OZM - DIE SERIE" links eine fast vollständige Tabelle aller 2005 "Künstlerpostkarten", wobei die Karten von Diemer - immerhin mehr als ein Viertel aller Karten - farblich hervorgehoben sind.
Nach 1902 hat Ottmar Zieher die konsequente Gestaltung und Durchnummerierung seiner Künstlerpostkarten-Serie aufgegeben. Diemer hat aber auch dann noch weitere Vorlagen für den Verlag OZM hergestellt, dazu gehören neben einer Serie mit Ansichten von München auch eine Serie von Südtirol und eine Serie mit Schiffen. Diesen Karten fehlt dann die OZM-Nummer im Druckvermerk. Die Karten gibt es oft ganz ohne Titel; wenn sie aber vorderseitig einen Titel zeigen, dann sind diese in abweichenden Drucktypen geschrieben. Außerdem sind diese Karten fast alle ohne Rand gedruckt, während die Karten der "Künstlerpostkarten"-Serie immer einen meist schmalen, hellen Rand haben. Ab 1905 haben alle Karten, sowohl die neuen Motive wie auch erneute Auflagen früherer Motive, eine geteilte Rückseite für die Anschrift und für Mitteilungen. Auch eine Serie "12 Monate" gehört zu den OZM-Karten ohne Nummer und ohne Rand; sie gibt es in verschiedenen Varianten, auch ohne Monatstitel, sowie mit französisch- oder spanischsprachigen Titeln. Alle diese insgesamt rund 50 Diemer-Karten sind unter dem "OZM weitere"-Button auf einer gesonderten Seite aufgeführt.

Speziell hier bitten wir um Ihre Mithilfe:


AK Hey Färbergeraben
Hier eines der Verlagshäuser
von Ottmar Zieher OZM
auf einer "Künstlerpostkarte" von Paul HEY





AK Peterhof
Ansichtskarte "Hotel Peterhof München"
nach einem Plakat von DIEMER


Aber auch andere Verlage haben Ansichtskarten von DIEMER herausgegeben. Die OZM-Karten, vorranggig die ca. 500 Karten der "Künstlerpostkarten"-Serie und auch die weiteren rund 50 Karten von OZM, bilden das Kernstück dieser Auflistung. Es gibt aber etwa 150 weitere Karten aus anderen Verlagen. Insgesamt zählen wir damit die "700 Karten", von denen Zeno Diemer selbst in seinen "Lebenserinnerungen" berichtet. Zählt man auch noch die Karten mit, deren Motive eigentlich nicht als Vorlagen für Ansichtskarten entstanden sind, so wird die Gesamtzahl "700" deutlich überschritten.

Für den Südtiroler Verlag Johann F. Amonn Bozen (JFAB) und für den Schweizer Postkartenverlag Gebr. Künzli Zürich (PVKZ) sind jeweils 30 bis 40 Karten von Diemer entstanden. Sie sind in der äußeren Gestaltung (Farbgebung, Drucktype, Randgestaltung, ...) mit den OZM-Karten identisch und am Druckvermerk erkennbar.
Für den englischen Verlag Wrench London zeichnete Diemer ein Dutzend Motive aus der Stadt London; sie sind "printed in Saxony", also in Sachsen gedruckt, und wahrscheinlich in der gleichen Leipziger Druckerei hergestellt worden, wie die OZM-Karten. Der Verlag Tuck & Sons London hat einige Motive aufgegriffen, die auch bei OZM erschienen waren; sie unterscheiden sich von den OZM-Karten neben dem englischsprachigen Titel auch darin, dass ihnen der typische OZM-Rand fehlt. Von Tuck & Sons stammt auch die englische Ausgabe der Serie "12 Monate".
Tabellen all dieser Karten finden Sie ebenfalls über die entsprechenden Buttons auf der linken Seite.


Die übrigen Ansichtskarten von DIEMER verteilen sich auf über 20 weitere Verlage; es sind dann nur ein paar Motive oder auch nur ein einziges pro Verlag. Viele Ölgemälde oder "Gebrauchsgrafiken", die von Zeno Diemer nicht primär für Ansichtskarten angefertigt worden waren, sind auch auf Ansichtskarten erschienen, etwa Ausschnitte aus seinen Panoramen, Illustrationen aus Zeitungen, Wandbilder zum Beispiel aus dem Deutschen Museum, kleine Kopien der Schultafeln usw. Alle bisher bekannten Karten aus dieser Gruppe finden Sie zusammengefasst unter dem Button "Andere Verlage".

Die OZM-"Künstlerpostkarten" sind nicht die chronologisch ersten Ansichtskarten, die auf Motive von Zeno Diemer zurückgehen. Die wohl früheste Karte von Diemer trägt das Herstellungsdatum 1894, erschien also gut vier Jahre vor dem Start der OZM-Serie. Sie geht auf Druckgrafiken aus einer Zeitschrift zurück und zeigt mehrere Details der Braunschweiger Hütte im Ötztal. Ein Verlag ist auf dieser Karte nicht angegeben.

Bis in die heutige Zeit werden noch Ansichtskarten verlegt, die Motive von Diemer wiedergeben. Um unserer Webseite einen zeitlichen Rahmen zu setzen, beschränken wir uns hier auf Karten, die vor dem Tode von Michael Zeno Diemer im Jahre 1939 erschienen sind.